Fertighaus und Massivhaus im Vergleich

Die Vor- und Nachteile beider Bauweisen

Stein auf Stein gebaut oder in fertigen Teilen auf der Baustelle montiert: Fertig- und Massivhäuser bringen jeweils Vor- und Nachteile mit sich. Eine Entscheidungshilfe für die richtige Bauweise

Fertighaus oder Massivhaus?

Kurz und knapp: Welche Bauweise passt zu mir?

  Massivhaus Fertighaus
Bauzeit -

Individualität

-
Energieeffizienz -
Baukosten -
Wiederkaufswert -
Beständigkeit -
Raumklima -
Schallschutz -
Schimmelanfälligkeit -

★ = Vorteil gegenüber der anderen Bauweise
- = Nachteil gegenüber der anderen Bauweise



Robust und individuell: das Massivhaus

Wie der Name schon sagt, zeichnet sich ein Massivhaus vor allem durch sein stabiles Mauerwerk aus. Stein auf Stein fertigen Maurer langlebige Außenwände und einen Großteil der Innenwände. Als Bauherr bestimmen Sie die Gebäudeform, die Größe, die verwendeten Materialien und andere Details Ihres zukünftigen Heims selbst – soweit Ihre Vorstellungen vom Bauamt genehmigt werden.

Ein Architekt übernimmt den Entwurf des Baus, koordiniert die einzelnen Bauphasen und kontrolliert den Fortschritt der Arbeiten auf der Baustelle.

Für ein Massivhaus kommen überaus robuste und widerstandsfähige Materialien zum Einsatz. Beton, Porenbetonstein, Ziegelstein und Kalksandstein dämmen effektiv den Schall, besitzen eine hohe Brandschutzklasse und eignen sich hervorragend zur Wärmedämmung.

Noch ein Vorteil dieser Bauweise: Wenn Sie ein solch massives Haus bauen, regulieren die eingesetzten Materialien das Raumklima auf natürliche Weise. Die poröse Steinstruktur nimmt überflüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie ab, sobald die Luftfeuchtigkeit im Haus sinkt. Dadurch entsteht ein ausgeglichenes Klima, in dem Schimmel oder Feuchtigkeitsschäden kaum eine Chance haben.

Die einzelnen Bauphasen – von der Schüttung der Bodenplatte über den Außen- und Innenausbau bis hin zur Gartengestaltung – übergeben Sie in der Regel an verschiedene Fachunternehmer, also Bauunternehmen, die auf das jeweilige Gebiet spezialisiert sind. Das verlangt natürlich mehr Koordination und Organisation, sorgt aber dafür, dass Sie sich in jedem Schritt auf die Arbeit von Experten verlassen können.

Leider braucht es eine Weile, bis das Massivhaus für den Innenausbau bereit ist und der Außenbau steht. Bei schlechter Witterung müssen Sie die Arbeit unterbrechen und die Baustelle umsichtig gegen Regen und Niederschlag sichern. Außerdem benötigen die Verbundmaterialien wie Beton und Mörtel mehrere Wochen, um auszutrocknen. Auch nach Einzug müssen Sie das Haus oft erst einmal „trocken wohnen“, also sorgfältig lüften und heizen, bis der Neubau vollständig durchgetrocknet ist. In jedem Fall können Sie frühestens acht Monate nach Baubeginn in Ihr Massivhaus einziehen – dann jedoch praktisch für immer dort wohnen.

Vorteile:

  • individuell planbar
  • sehr gute Wärmespeicherung, daher energieeffizientes Wohnen
  • hervorragender Schallschutz
  • gesundes Raumklima durch die Verwendung natürlich diffusionsoffener Baumaterialien
  • hoher Brandschutz durch exzellente Feuerfestigkeit der Baumaterialien
  • gute Wertstabilität und hoher Wiederverkaufswert
  • lange Nutzungsdauer

Nachteile:

  • längere Bauzeit als beim Fertighaus
  • lange Trocknungsphase, diese fällt beim Fertighaus weg
  • in der Regel kostenintensiver als ein Fertighaus

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Schnell und unkompliziert: das Fertighaus

Ein Fertighaus funktioniert nach dem Baukastenprinzip: Passgenaue Grundkonstruktionen für Dach, Decken und Wände (meist aus Holz) werden wetterunabhängig in Werkhallen gefertigt und müssen auf der Baustelle nur noch zusammengefügt werden.

Das spart natürlich eine Menge Bauzeit. Der Bauunternehmer liefert Ihnen die Teile zum Wunschtermin auf die Baustelle, auf der in ein bis drei Tagen ein fertig montierter Rohbau entsteht. Direkt danach können Sie mit dem Innenausbau starten. Trocknungsphasen für Verbundmaterialien fallen hier komplett weg.

Statt an einen Architekten wenden Sie sich bei einem Fertighaus direkt an den Bauunternehmer, der sich um alle Bauphasen kümmert. Das verringert den Organisationsaufwand und trägt ebenfalls dazu bei, dass Ihr Eigenheim schnell bereit für Ihre Familie ist. Die Auswahlmöglichkeiten, was den Haustyp oder das Design betrifft, sind im Vergleich zum Massivhaus eingeschränkt. Viele Fertighaus-Unternehmen bieten Individualisierungsoptionen an, doch erhöhen diese die Kosten.

Wenn Sie verschiedene Bauunternehmen vergleichen, können Sie dennoch ein Haus bauen, das Ihrer Persönlichkeit entspricht. Schließlich unterscheidet sich der Stil einzelner Anbieter in puncto Grundriss, Haustyp, Baumaterialien und Innenausstattung mitunter beträchtlich.

Der größte Vorteil eines Fertighauses ist die effiziente Bauweise. Da alle Teile nach Standardverfahren hergestellt werden, vergeht meist wenig Zeit vom Auftrag bis zur fertigen Montage. Das senkt die Kosten enorm: für die Arbeitszeit, die Teile, die Materialien, die Miete Ihrer alten Wohnung etc. Auch müssen Sie wesentlich weniger Spezialfirmen beauftragen, da der Bauunternehmer viele wichtige Bauabschnitte selbst und in einem Rutsch erledigen kann.

Wer sich nicht nur auf Zeichnungen und Modelle verlassen will, kann „sein“ Fertighaus vor Baubeginn in Lebensgröße bewundern und antesten: Musterhausparks zeigen die angebotenen Haustypen und bieten gleich noch Ideen für den Innenausbau und die Farbgestaltung.

Vorteile:

  • kurze Bauzeit
  • wetterunabhängiger Bau
  • konkreter Eindruck des späteren Hauses durch Musterhausbesichtigung
  • niedrigere Baukosten als beim Massivhaus
  • leicht zusätzlich dämmfähig durch Holzrahmenbauweise

Nachteile:

  • geringere Wärmespeicherfähigkeit der Außenwände als beim Massivhaus
  • weniger energieeffizient als ein Massivhaus
  • weniger wertbeständig als ein Massivhaus, vergleichsweise niedriger Wiederverkaufswert
  • schlechtere Schalldämmung als beim Massivhaus
  • weniger Raum für individuelle Gestaltungswünsche als beim Massivhaus
  • nicht ganz so langlebig wie ein Massivhaus