Sachkundenachweis für Makler und WEG-Verwalter

Aktuelle Informationen zur geplanten Berufszulassungsregelung


UPDATE: Der Sachkundenachweis kommt NICHT! Der ursprünglich geplante Gesetzesentwurf wurde gekippt. Die große Koalition einigte sich lediglich auf eine Fortbildungs- und Erlaubnispflicht. Der Beschluss im Bundestag soll am 21./22.6. erfolgen.



Aktuelle Informationen zum Gesetzentwurf

Welche aktuellen Entwicklungen gibt es und wer berät wann als nächstes über den Gesetzentwurf zum Sachkundenachweis? Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Weitere Informationen

Was bedeutet der Gesetzentwurf zum Sachkundenachweis für mich?

Der Gesetzentwurf in einem Satz: Alle Immobilienmakler und WEG-Verwalter sollen aktiv ihre Sachkunde nachweisen, um weiter tätig bleiben zu dürfen.

Das geplante Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Verwalter von Wohnungseigentum betrifft alle künftigen und aktuell tätigen Immobilienmakler mit einer Gewerbeerlaubnis nach §34c GewO sowie WEG-Verwalter.


Wie kann ich meine Sachkunde nachweisen?

Um die eigene Sachkunde nachzuweisen, gibt es für Sie drei Möglichkeiten. Sie als Makler oder WEG-Verwalter weisen beim Gewerbeamt nach, dass Sie:

  1. eine der anerkannten Berufsqualifikationen haben (die Liste der anerkannten Qualifikationen steht noch nicht fest!) oder
  2. ein "Alter Hase" sind (d.h. mind. 6 Jahre am Markt tätig) oder
  3. die neue Sachkundeprüfung bestanden haben.

Ab wann muss ich meine Sachkunde nachweisen?

Die Sachkunde muss jeder innerhalb von 12 Monaten nach Inkrafttreten der überarbeiteten Rechtsverordnung (MaBV) mittels geeigneter Dokumente gegenüber dem örtlichen Gewerbeamt nachweisen.
Start der "Übergangsfrist" ist voraussichtlich am 01.09.2018. Damit hätten Sie bis zum 01.10.2019 Zeit, Ihre Sachkunde nachzuweisen.

WEG-Verwalter müssen zusätzlich innerhalb dieser Übergangsfrist eine Gewerbeerlaubnis nach §34c Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 GewO beantragen sowie eine Berufshaftpflicht abschließen.

Die Gewerbeerlaubnis erlischt automatisch, sofern der Gewerbetreibende seine Sachkunde nicht bis Fristablauf nachgewiesen hat!


Was bedeutet die Alte-Hasen-Regelung im Detail?

Sachkundenachweis: Alte-Hasen-Regelung

Die Alte-Hasen-Regelung bedeutet nach aktuellem Stand des Gesetzentwurfs (08/2016) folgendes:

Wer vor Inkrafttreten des Gesetzes ununterbrochen mind. 6 Jahre selbständig oder unselbständig als Immobilienmakler mit einer Erlaubnis nach §34c GewO oder als Wohnungseigentumsverwalter tätig war, gilt als sachkundig. Zulässige Unterbrechungen sind gesetzliche Mutterschutzzeiten, Elternzeiten bis zu 6 Monate sowie Krankheit, Kuren und Fortbildungen bis zu 6 Monaten.


Der Nachweis über die ununterbrochene Geschäftstätigkeit kann durch folgende Unterlagen erfolgen:

  • Vorlage der Erlaubnisurkunde und der Gewerbeanmeldung
  • Provisionsabrechnungen
  • Vertragskopien
  • die nach §10 der Makler- und Bauträgerverordnung zu führenden Aufzeichnungen
  • Arbeitsverträge

Es ist noch nicht festgelegt, ob Wochen-, Monats- oder Jahresdokumente vorgewiesen werden müssen.


Wie sieht die Sachkundeprüfung aus?

Die Sachkundeprüfung basierend auf dem Gesetzentwurf (08/2016) und unseren Recherchen:

  • Dauer: 160 Minuten
  • 90 Min. schriftlicher Teil, vorauss. Multiple-Choice-Fragen
  • 70 Min. mündlicher Prüfungsteil, vorauss. Simulation eines Beratungsgesprächs
  • Gebühr: 400 Euro
  • Prüfbehörde: vorauss. örtliche IHK
  • Prüfungsthemen: werden in der Rechtsverordnung (MaBV) festgelegt sein, die hierfür ab vorauss. 01.02.2017 (dem Tag des Inkrafttreten des Gesetzes) erweitert wird
  • Prüfungsordnung (Ablauf der Prüfung inkl. Fragen): wird höchstwahrscheinlich von der DIHK nach Ausfertigung der erweiterten Rechtsverordnung (MaBV) verfasst bis vorauss. zum 01.09.2018


Die kostenpflichtige Sachkundeprüfung bei der örtlichen IHK muss nur ablegen, wer weder über eine anerkannte Berufsqualifikation verfügt noch seit mind. 6 Jahre ununterbrochen am Markt tätig ist (Alte-Hasen-Regelung).

Müssen Sie eine Sachkundeprüfung ablegen? Machen Sie jetzt den Test!

In 2 Minuten haben Sie Gewissheit -- Sind Sie bereits ausreichend qualifiziert, greift die Alte-Hasen-Regelung oder müssen Sie sich auf die Sachkundeprüfung vorbereiten?

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Wie ist der Zeitplan?

Am 14. Oktober 2016 hat der Bundesrat zum Gesetzentwurf Stellung genommen. ImmobilienScout24 berichtete auf dem Blog live von der Plenarsitzung.

Die Stellungnahme des Bundesrates wird nun der Bundesregierung zugeleitet, die sich innerhalb von sechs Wochen dazu äußern kann. Anschließend befasst sich der Bundestag mit dem Gesetzentwurf.

Hier die Übersicht über die weiteren Schritte des Gesetzgebungsprozesses und einzuhaltende Fristen:

Gesetzgebungsprozess für das Gesetz zum Sachkundenachweis

*Alle Zeitangaben basieren auf Schätzungen des Bundeswirtschaftsministeriums und auf der Bundesratentscheidung vom 14.10.2016.


Gilt die Sachkundenachweis-Pflicht auch für meine Mitarbeiter?

Diese Regelung für Mitarbeiter eines Maklerunternehmens oder einer WEG-Verwaltung müssen Sie beachten:                                   

Der Gewerbetreibende hat die Pflicht, die Qualifikation der Mitarbeiter aktiv zu prüfen, bevor er sie für entsprechende Tätigkeiten einsetzt.
Bei Immobilienmaklern können diese Tätigkeiten z.B. die Erstellung von Exposés, die Durchführung von Wohnungsbesichtigungsterminen oder die aktive Teilnahme an Gesprächen mit interessierten Käufern oder Verkäufern beziehungsweise Mietern oder Vermietern sein. 
Eine aktive Mitwirkung im Rahmen der Wohnungseigentumsverwaltung kann z.B. durch die Erstellung von Wohngeldabrechnungen oder die Einberufung und Durchführung von Eigentümerversammlungen erfolgen.                               

Es ist jedoch keine Sachkundeprüfung notwendig. Eine angemessene Qualifikation durch z.B. Abschlüsse, Zertifikate oder Schulungen privater Bildungsträger und Akademien ist ausreichend. Mitarbeiter, die rein administrative Hilfstätigkeiten (z.B. Sekretariatsaufgaben) oder innerbetriebliche Tätigkeiten (z.B. in Buchhaltung oder Personalabteilung) ausführen, sind vom Nachweis einer Qualifikation nicht betroffen.


Was soll das neue Gesetz überhaupt bewirken?

Ziel des Gesetzes ist die nachhaltige Stärkung des Verbraucherschutzes im Immobilienbereich.

Eine Umfrage von ImmobilienScout24 vom Juli 2016 zeigt, dass mehr als 80% der befragten Immobilienmakler den Sachkundenachweis für Immobilienmakler und WEG-Verwalter für richtig und angemessen halten. Ein Großteil aller Befragten verspricht sich von der Einführung eine Verbesserung des Makler-Images und glaubt, dass die "schwarzen Schafe" vom Markt vertrieben werden.


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Antworten auf Ihre Fragen

Auf dem Blog haben wir alle Fragen rund um den Sachkundenachweis beantwortet, die Sie uns auf verschiedenen Wegen gestellt haben. In den Kommentaren haben Sie die Möglichkeit, uns bisher noch unbeantwortete Fragen zu stellen. Wir werden versuchen diese schnellstmöglich zu beantworten und im Blogartikel aufgreifen.